Ein Gang durch die Zeit – Unterwegs in der Burg Reichenstein

Warum nicht einfach mal durch die Räume einer Burg spazieren und dabei in vergangene Zeiten eintauchen?
Bei meinem Besuch auf der Burg Reichenstein war ich im hauseigenen Museum, das viel über die Geschichte des Gemäuers erzählt und das Leben vergangener Zeiten anschaulich vermittelt. Hier kann man die Burg ganz genau entdecken und in ihre Geschichte eintauchen.

Erste Eindrücke und wie die Burg lebendig wird

An der Rezeption bekomme ich einen Burgplan zur Orientierung und einen leicht zu bedienenden Audioguide. Und schon kann es losgehen: Ich überquere den großen, gepflasterten Burghof und erreiche auf der rechten Seite den Museumseingang. Dort beginnt die erste Station – und damit auch das erste Hörerlebnis. Ich drücke auf die Nummer 1, und schon tauche ich ein in die Geschichte der Burg. Im gesamten Museum finden sich immer wieder Infoaufsteller mit den Zahlen der einzelnen Stationen und Räume.

Die Audios wirken lebendig und lassen einen sofort in vergangene Zeiten eintauchen. Man kann sich das damalige Burgleben bildlich vorstellen. Künftig möchte die Burg alle gängigen Sprachen für den Audioguide anbieten, um den Besuch für Gäste aus aller Welt noch komfortabler zu gestalten.

Eine Roomtour durch die Geschichte

Die Räumlichkeiten vereinen Ritter- und Familiengeschichte auf eindrucksvolle Weise. Im Mittelpunkt steht die Familie Kirsch-Puricelli, die die Burg einst erwarb und umfassend restaurierte. Das Museum ist so gestaltet, dass man durch alle öffentlich zugänglichen Bereiche der Burg geführt wird und dabei immer wieder spannende Informationen erhält. Die Räume sind originalgetreu eingerichtet. Während man den Audioguide hört, kann man die beschriebenen Gegenstände direkt betrachten und so das damalige Leben lebendig nachvollziehen. Auf diese Weise taucht man in die Zeit um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert ein und erfährt mehr über das Leben und Wirken der Familie.

Kinderfreundlich, ein Ort für alle.

Auch für Kinder gibt es im Museum einiges zu entdecken. Im ehemaligen Kinderzimmer warten Verkleidungssachen, spannende Bücher und sogar eine kleine Fotostation. An vielen Stationen finden sich zusätzliche Hinweisschilder in passender Höhe für die jungen Besucher. So wird der Rundgang auch für Familien zu einem besonderen Erlebnis – egal ob für Einheimische oder Touristen. Alles ist mit viel Liebe zum Detail gestaltet und zugleich lehrreich für die kleinen Entdecker.

Begeisterte Touristen und Neugotischen Architektur

Ich steige immer weiter die Burg hinauf und entdecke dabei ständig neue architektonische Besonderheiten. Obwohl es unter der Woche ist, ist erstaunlich viel los. Um mich herum höre ich verschiedene Sprachen, ein „It’s like in the movies“ im Treppenaufgang oder ein begeistertes „Wow, really impressive!“ in der Bibliothek. Das kann ich gut nachvollziehen, denn man ist nicht alle Tage in einem so alten Gemäuer, das wirkt, als wäre man selbst Teil vergangener Zeiten. Dabei wird mir einmal mehr bewusst, wie sehr Touristen aus aller Welt von dieser Kulturlandschaft fasziniert sind und wie viel es hier architektonisch zu entdecken gibt.

Nachdem ich mir alle Räume angesehen und die dazugehörigen Audios angehört habe, steige ich eine enge, etwas versteckte Steintreppe hinauf. Oben angekommen stehe ich mitten auf der Burg. Von hier aus bietet sich ein atemberaubender Ausblick, einer der schönsten, die mir bisher im Tal begegnet sind. Man hat nicht nur einen großartigen Überblick über das gesamte Gelände, sondern sieht auch die gegenüberliegende Rheinseite und das umliegende Tal.

Auf dem Weg nach unten entdecke ich noch einige versteckte Details und denke an mein Gespräch mit Katrin Gerwinat zurück, die ein besonderes Faible für die vielen kleinen Feinheiten der Burg Reichenstein hat. Beim Gang durch das Gemäuer fallen einem immer wieder liebevolle Details ins Auge.

Gäste des angrenzenden Hotels können das Museum übrigens kostenlos besuchen und so noch mehr über ihre ritterliche Übernachtungsstätte erfahren. Ein wirklich schönes Extra.

Zum Abschluss schaue ich mir noch den Burggarten an, der einige Bänke zum Verweilen bereithält. Zwischen den liebevoll angelegten Beeten entdecke ich wunderschöne Rosen, die für mich pure Rheinromantik verkörpern. Auf dem Gelände und in der Burg gibt es viel zu erkunden, und am Ende hat man einen kleinen Burgspaziergang gemacht, eine schöne Alternative, wenn das Wetter draußen einmal nicht zum Wandern oder anderen Aktivitäten einlädt.

Mein Eindruck nach dem Rundgang

Zusammenfassend kann ich euch einen Besuch auf der Burg Reichenstein und im dazugehörigen Museum wirklich empfehlen. Besonders das Erkunden der vielen unterschiedlichen Räume macht großen Spaß. Ich selbst habe fast zwei Stunden damit verbracht, alles zu entdecken und mir die Audios anzuhören. Daher lohnt es sich, genügend Zeit mitzubringen, um die Burg in Ruhe zu erkunden. Vielleicht bleibt am Ende sogar noch Zeit, um hinter der Burg im Wald weiterzuspazieren und eine kleine Wanderung anzuschließen. Dies hat mir Frau Gerwinat ebenfalls wärmstens empfohlen.

Ich bin außerdem gespannt auf das zweite Museum, das Katrin Gerwinat und ihr Mann künftig eröffnen möchten und in dem der Weinbau im Mittelpunkt stehen soll. Ich werde es mir auf jeden Fall ansehen.

Mehr über die Burg Reichenstein und das dahinterstehende Konzept erfahrt ihr in meinem anderen Blogbeitrag, in dem ich ein Gespräch mit der Geschäftsführerin geführt habe. Schaut dort gerne einmal vorbei.